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Fahrgastbeirat
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Um seine Meinung zur Ausstattung der in Zukunft anzuschaffenden neuen Straßenbahnfahrzeuge wurde jüngst der Fahrgastbeirat befragt. Die Anschaffung sei nötig, da die Nutzungsdauer der älteren Tatrabahnen ablaufe, so Uwe Winkler, Bereichsleiter Fahrzeuge der HAVAG. Eine nochmalige Modernisierung sei aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll. Außerdem seien solche Hochbahnen überholt, Fahrgäste wollen einen niederflurigen Einstieg. Ausschreibungsgrundlage der neu zu beschaffenden Fahrzeuge, so Winkler, ist der neueste Fahrzeugtyp der HAVAG, der MGTK. Grundsätzlich ließen sich bestimmte Rahmenbedingungen nicht verändern, etwa die Breite des Fahrzeugs oder die Anordnung der Radkästen. In der Diskussion seien aber beispielsweise eine Modifizierung der Sitzgestaltung und die Optimierung der Windfänge. Beim Praxistest in einem Straßenbahnwagen empfanden einige Mitglieder des Beirates die Haltestangen zu hoch und wünschten sich inbesondere für Rollstuhlfahrer auch in den Straßenbahnen ausklappbare Rampen. Diese gibt es in einigen Bussen schon. Der Blinden- und Sehbehindertenverband wünscht sich eine symmetrische Anordnung der Sitze zum leichteren Zurechtfinden. Für Schwerbehinderte würden Armstützen an den für sie ausgewiesenen Sitzen nützlich sein. Uwe Winkler versprach, diese Punkte zu prüfen und bei der Entwicklung des neuen Fahrzeugs gegebenenfalls zu berücksichtigen. Hintergründe der Fahrplangestaltung nachgefragt
Auf der jüngsten Sitzung des Fahrgastbeirates stand die Fahrplangestaltung im Mittelpunkt der Diskussion, vor allem die Abstimmung der Fahrpläne auf die Umsteigemöglichkeiten zwischen Straßenbahn- und Buslinien. Experten aus dem Fahrplanbüro der HAVAG erläuterten das komplizierte Gebilde des Fahrplanes. Nach ihren Ausführungen bildet der Nahverkehrsplan der Stadt die Grundlage für die Fahrplangestaltung und gibt gleichzeitig bestimmte Prioritäten vor. Beispielsweise ist dort festgelegt, dass das Zentrum von jeder Straßenbahnendstelle in mindestens 30 Minuten und von der letzten Bushaltestelle in Wohngebieten in 45 Minuten erreicht werden soll. Grundlage für die Fahrplangestaltung bildet ebenso das Mobilitätsverhalten der Fahrgäste, welches beispielsweise durch Umfragen regelmäßig erhoben wird. Durch die Einführung des generellen 15-Minuten-Taktes wurden die Umsteige- und Anschlussbeziehungen zum einen noch wichtiger bei der Fahrplangestaltung und zum anderen dadurch besser herstellbar. Testkunden würden die Umsteigebeziehungen regelmäßig in der Praxis überprüfen. „Außerdem beauftragt die Stadt ein Ingenieurbüro zur Qualitätsüberprüfung“, sagte Egbert Kluge, Hauptabteilungsleiter Marketing und Verkehr. Gerade nach Fahrplanwechseln zeige sich erst im Tagesgeschehen, ob die theoretisch aufgestellten Umsteigebeziehungen funktionieren. Hohes Verkehrsaufkommen könne jedem Plan einen Strich durch die Rechnung machen. Thematisiert wurden neben Verspätungen auch Verfrühungen von Fahrzeugen. Auswertungen ergeben, dass dreiviertel aller Fahrten pünktlich sind (mit Toleranz von einer Minute). Verspätungen entstünden immer dann, wenn andere Verkehrsteilnehmer den Verkehrsfluss behindern. Ein anderes Problem sind Verfrühungen. Ärgerlich ist es für den Fahrgast, wenn er die Bahn noch vor der eigentlichen Abfahrtszeit die Haltestelle verlassen sieht. Jedoch könnten Fahrer nicht an jeder Haltestelle einfach warten, sondern nur dann, wenn er mit seiner Bahn oder dem Bus nicht im Straßenraum und vor Ampeln steht. Die Zielvorstellung der HAVAG ist es, die Fahrplanzeiten bis Jahresende funkgesteuert zu überprüfen, und damit die Anschlüsse besser zu sichern. Probleme mit dem Fahrplan oder Umsteigebeziehungen sollten möglichst präzise beschrieben und zeitnah an den Kundendienst der HAVAG gereicht werden. Ziel ist es, so die HAVAG, alle Kunden zufrieden zu stellen. Der Fahrgastbeirat wird sich nach Auswertung der Ergebnisse der Testkunden im Herbst erneut mit der Problematik beschäftigen. Quadratur des Kreises
Der Fahrgastbeirat der HAVAG beschäftigte sich in den bisherigen Sitzungen mit brisanten Themen (u.a. Fahrausweiskontrollen, optische und akustische Fahrgastinformationen, Preissteigerungen etc.). Auch die Juni-Sitzung wird ein „heißes Eisen“ anfassen. Es wird die Fahrplangestaltung vor allem im Hinblick auf die Abstimmung der Fahrpläne in Bezug auf Umsteigemöglichkeiten zwischen den Straßenbahnlinien und zu den Bussen thematisiert. Immer wieder erreichen uns Anfragen und Hinweise, in denen die mangelhafte Abstimmung zwischen den einzelnen Linien kritisiert wird. So fahren Busse verschiedener Linien, die einen 30-Minutentakt haben, an zentralen Punkten im 2-Minuten-Abstand, so dass dann sehr lange auf den nächsten gewartet werden muss. Auch bei den Bahnanschlüssen an zentralen Umsteigepunkten (z.B. am Steintor, Richtung Frohe Zukunft) gibt es Reserven. Gefordert wird von den Fahrgästen, dass die Wartezeiten auf nachfolgende Linien verträglicher werden. Auf Strecken, auf denen mehrere Linien verkehren, sollen die Bahnen nicht unmittelbar hintereinander die Haltestelle passieren, so die HAVAG. Alles verständlich, aber es ist nur die eine Seite der Medaille. Natürlich sieht der einzelne Fahrgast in erster Linie seine Abfahrts- oder Umsteigehaltestelle. Doch was ist mit Fahrgästen, die in die S-Bahn, die Regionalbahn oder den OBS-Bus umsteigen? Wo sind die Prioritäten bei den zentralen Umsteigestellen zu setzen: am Markt, am Hauptbahnhof, am Steintor oder an den Endhaltestellen? Ist dies eine unlösbare Aufgabe, gar die Quadratur des Kreises? Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu. Wir werden Ihre Meinungen und Vorschläge gern den Verantwortlichen der HAVAG unterbreiten. Und natürlich auf der Internetseite über die Ergebnisse unserer Diskussion informieren. (Juni 2009) Gutes Zeugnis für Prüfer
Der Einschätzung einer Teilnehmerin des Fahrgastbeirates auf seiner jüngsten Sitzung, dass die Fahrausweiskontrollen viel freundlicher vonstatten gingen als noch vor einiger Zeit, stimmten viele andere zu. Allerdings fehlt den Kontrolleuren in manchen Situationen noch das nötige Fingerspitzengefühl, etwa im Umgang mit Kindern oder älteren Menschen. „Diese Einzelfälle sind ärgerlich und machen unnötig Schaden“, sagte Thomas Milewski, Geschäftsführer der Servicegesellschaft Saale (SGS), die seit fünf Jahren im Auftrag der HAVAG die Kontrollen durchführt. Deshalb gebe es immer wieder Schulungen des Prüfpersonals, in denen solche Fälle besprochen werden. „Insgesamt gesehen sind die Beschwerden über Kontrolleure von geringer Zahl und im Trend rückläufig“, so Milewski. Habe es im Jahr 2006 noch 25 Beschwerden über Prüfer gegeben, so waren es im vergangenen Jahr nur 20 (bei über zwei Millionen kontrollierten Fahrgästen). „Aber jede ist eine zuviel.“ Seit einiger Zeit gibt es für die Fahrausweiskontrolleure ein sogenanntes Deeskalationstraining. Hintergrund ist, dass das Gewaltpotential in allen Altersgruppen und unabhängig vom sozialen Stand sehr hoch ist. Ziel der Prüfer ist es, sich in derartigen Situationen zurückzunehmen, so Milewski, um eine solche Situation nicht unnötig eskalieren zu lassen. Diskutiert wurde im Beirat die Frage, ob es nicht besser wäre, wenn die Kontrolleure nicht sofort zu erkennen sein würden. Dazu meinte die anwesende Teamleiterin der SGS, dass man bewusst „Flagge“ zeige, um zu signalisieren, dass kontinuierlich geprüft wird. (März 2009) Mehr Service durch Fahrgastinformationen
Mit Peter Kolbert, Projektmanager der HAVAG, hatte sich der Fahrgastbeirat zur letzten Sitzung einen Experten in Sachen optische und akustische Fahrgastinformation eingeladen, weil der FGB darin ein wesentliches Element der Qualitätsverbesserung beim Service und eine Möglichkeit der Erhöhung der Kundenzufriedenheit sieht. Peter Kolbert sagte, es sei auch HAVAG-Wunsch, alle Haltestellen so schnell wie möglich mit akustischen und optischen Fahrgastinformationen auszustatten, doch im Augenblick sind der HAVAG dabei finanzielle Grenzen gesetzt. Bisher sei es immer dann gelungen, zusätzlich Haltestellen auszurüsten, wenn sie im Rahmen eines Großprojektes (z.B. Umbau Riebeckplatz) umgestaltet wurden, da die notwendigen Vorrüstungen im Projekt erfolgten. „Ein Alleingang beim Umbau am Knotenpunkt Steintor mit akustischer Fahrgastinformation würde die HAVAG zwischen 80.000 und 90.000 Euro kosten“, so Kolbert. Bemängelt wird vom Fahrgastbeirat auch die oft zu lange Zeitdauer, ehe Fahrgäste an der Haltestelle über Störungen oder Unfälle informiert werden. Das erklärte Peter Kolbert mit dem HAVAG-Grundsatz „Sichern, Retten, Informieren“. Die Information des Fahrgastes steht somit am Ende der notwendigen Maßnahmen. Er versprach zu prüfen, ob die Anregung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Halle, die Geschwindigkeit der Laufschriften zu reduzieren, realisiert werden könne. Sehbehinderte können die Schrift sonst nicht wahrnehmen. Der FGB wird zu dieser Thematik das Gespräch mit dem Aufsichtsrat der HAVAG suchen, um auszuloten, ob gemeinsam mit der Stadt Halle und dem Land Sachsen-Anhalt bei der Ausgestaltung der Haltestellen mit optischen Fahrgastinformationen noch mehr Fahrt im Interesse des Kunden aufgenommen werden kann. (Dezember 2008) Mehr Fahrgastinformationen wünschenswert ![]() Wie wir Fahrgäste im Stadtgebiet optisch und akustisch über die Abfahrtszeiten beispielsweise am Hauptbahnhof oder in Kröllwitz informiert werden, finden wir gut. Allerdings ist die Anzahl der Tafeln noch zu gering. Sie sollten an allen Knotenpunkten zeitnah installiert werden. Dass dies vor allem eine Kostenfrage ist, erfuhren wir auf der letzten Sitzung des Beirates. An Neubaustrecken hatte die HAVAG bisher das Glück, dass die optischen Fahrgastinformationen vom Bund oder Land gefördert wurden. In diesem Jahr soll noch eine Anzeige am Marktplatz installiert werden, 2009 am Franckeplatz, 2010 am Riebeckplatz und 2011 an der neuen Endstelle in Büschdorf. Der Fahrgastbeirat möchte mit dem Vorstand der HAVAG ins Gespräch kommen, um den Prozess zu beschleunigen. Bei den Ansagen in den Fahrzeugen wünschen wir uns vor allem Informationen zu Umsteigebeziehungen, zu aktuellen Umleitungen bzw. Störungen auf allen Linien in Bus und Bahn. Dies wird zum Teil schon umgesetzt. Doch linienbezogene Ansagen sind derzeit technisch noch nicht voll umsetzbar, aber die HAVAG arbeitet daran. Das Stadtmarketing der Stadt Halle wünscht sich Informationen zu touristischen Zielen der Stadt in Bussen und Bahnen. Dafür schlug der Fahrgastbeirat vor, über den Einsatz einer Linie speziell für Touristen nachzudenken, die vom Stadtmarketing und ihren Werbepartnern finanziert wird und auf der die Sehenswürdigkeiten der Stadt vorgestellt werden könnten. (September 2008) Mitsprache für FahrgästeDie Zufriedenheit der Fahrgäste gehört zu den wichtigsten Zielen der HAVAG. Um das Angebot besser auf die Wünsche der Kunden abstimmen zu können, hat die HAVAG vor einiger Zeit einen Fahrgastbeirat ins Leben gerufen.Der Fahrgastbeirat ist ein ehrenamtliches, beratendes Gremium, das die Fahrgäste der HAVAG repräsentiert und deren Wünsche, Lob und Kritik weiterleitet. Der Beirat besteht aus sechzehn Verbänden und Bürgerinitiativen, die einen repräsentativen Querschnitt der Kundinnen und Kunden der HAVAG darstellen sollen. Vertreten sind die Stadtteile Reideburg, Mötzlich, Mühlwegviertel, Paulusviertel, Dieselstraße/Rossbachstraße, Silberhöhe, Tornau, Diemitz, Dautzsch, Halle-Neustadt und Nietleben. Dazu kommen noch die Verbände Allgemeiner Behindertenverband Halle, Blinden- und Sehbehindertenverband, Seniorenvertretung der Stadt Halle, Stadtelternrat und VCD- Ortsgruppe Halle. Sprecher ist Hans-Joachim Berkes, Vorsitzender der Bürgerinitiative Rossbachstraße. "Vier Mal im Jahr kommen wir zusammen", so Hans-Joachim Berkes, "um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Anregungen und Hinweise zu geben, aber auch Kritik zu üben." Drängende Anfragen, Hinweise und Kritiken vom Fahrgastbeirat werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kundenzentrum natürlich auch zwischen den Sitzungen geklärt. Der Beirat versteht sich dabei als Mittler zwischen Fahrgästen und dem Verkehrsunternehmen. "Die Fahrgäste sollen sich durch uns gut vertreten fühlen", so Berkes. Als Vorsitzender der Bürgerinitiative Rossbachstraße hat er - wie auch die anderen Mitglieder des Beirates - das Ohr gewissermaßen an der Basis. Auch wenn Berkes selbst nicht nur mit Straßenbahn oder Bus unterwegs ist. "Zur Arbeit komme ich schneller mit dem Auto", sagt er. Doch um in die Stadt zu gelangen, bevorzugt er die Tram. Vor den Sitzungen des Fahrgastbeirates steigt Hans-Joachim Berkes aber öfter in die Bahn, um bestimmte Verbindungen auszuprobieren, "um mitreden zu können." Die HAVAG erwartet vom Fahrgastbeirat eine konstruktive Arbeit, um die Kundenorientierung des Unternehmens zu verbessern und zu stärken. Zu den Sitzungen, bei denen es sich um Themen wie ein bevorstehender Fahrpanwechsel, um das Jobticket oder darum dreht, welche Vorteile der Mitteldeutsche Verkehrsverbund mit sich bringt, werden Vertreter der Fachabteilungen der HAVAG hinzugezogen, um bestimmte Fragen direkt klären zu können. Der Fahrgastbeirat soll so früh wie möglich in bestimmte Entwicklungen und Entscheidungen des Unternehmens einbezogen werden. Berichtet wird über die Arbeit des Beirates in der vierteljährlich erscheinenden Kundenzeitschrift der HAVAG "Halle mobil". Zu erreichen ist der Fahrgastbeirat unter der Email-Adresse: fahrgastbeirat@havag.com oder unter der Post-Adresse: Fahrgastbeirat HAVAG Postfach 20 06 58 06007 Halle/Saale Individueller Blick auf 125 Jahre Nahverkehr In Halle (November 2007)Das Jubiläum „125 Jahre Nahverkehr in Halle“ erlaubt jedem von uns einen individuellen Blick auf das heutige Unternehmen HAVAG. Jeder hat seine eigene Einstellung und persönliche Erfahrungen mit dem Nahverkehr. Ich erwische mich oft dabei, dass bei mir Negativerlebnisse haften bleiben; über die Tage, wo alles reibungslos klappt, denke ich gar nicht nach. Aber mal ehrlich, hätte so ein Unternehmen 125 Jahre Bestand, wenn es sich nicht immer wieder erfolgreich dem „Markt“ und den technischen Entwicklungserfordernissen gestellt hätte? Eine optimale Möglichkeit der Rückbesinnung bietet die Ausstellung „ Wie Halle ins Rollen kam“ im Stadtmuseum. Beim Betrachten der vielen Bilder und Objekten wurden Erlebnisse aus meiner Kindheit und Jugend wieder lebendig. Damals besaß kaum jemand ein eigenes Auto und es war logisch, dass man zur Fortbewegung Bahn und Bus benutzte. Weil mein Vater bei den Verkehrsbetrieben arbeitete, konnte ich hautnah miterleben, was an täglichen Anstrengungen der Mitarbeiter notwendig war, damit der Betrieb scheinbar reibungslos funktionierte. Als Schüler habe ich den Betrieb als Schaffner in der Ferienzeit noch besser kennen gelernt. Es war sehr interessant, was man zwischen Ammendorf und Dürrenberg so erleben konnte. War ich stolz auf Uniform und Wechselgeldmaschine! Wahrscheinlich ist der persönliche Bezug zum Nahverkehrsunternehmen deshalb auch nie abgerissen. Ich besitze heute ein schnelles Auto, aber in die City oder mit den Enkeln nach Bad Dürrenberg fahre ich doch wesentlich lieber mit der Bahn. Bei all der oft angebrachten Kritik: wir sollten uns öfters auch mal darüber freuen, dass wir so ein gut funktionierendes Unternehmen haben, dass sich am Markt trotz der sinkenden Zuschüsse behauptet. Wir konnten demnach mit einem berechtigten Stolz all die angebotenen Feierlichkeiten nutzen. Rückbesinnung auf 125 Jahre Nahverkehr sollte aber auch genutzt werden, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Der Fahrgastbeirat kennt die zukunftsweisenden Vorstellungen des HAVAG-Vorstandes und ist von der Motivation der Mitarbeiter überzeugt. Wir werden uns auch weiterhin im Interesse der Fahrgäste einbringen. Wie wird Nahverkehr in Übersee organisiert? (Reisebericht von Fahrgastbeiratsprecher Hans-Joachim Berkes, Januar 2007)Bei einem Besuch in Australiens Großstädten interessiert einen als Mitglied eines Fahrgastbeirates auch, wie dort der Öffentliche Nahverkehr organisiert ist und wie die Menschen diesen annehmen. Bei meinem Besuch in Sydney, Brisbane und Melbourne konnte ich interessante Dinge kennen lernen.Australien ist zwanzig Mal so groß wie Deutschland, aber mit 19 Millionen Menschen doch recht spärlich besiedelt. Die meisten Menschen leben in Australiens Großstädten. In Sydney, der größten mit 4 Millionen Menschen gibt es natürlich viele Kraftfahrzeuge, aber immer mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um und die meisten nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Sydney ist geprägt durch die Elemente Erde, Luft und Wasser, es gibt zahlreiche Buchten und Strände und es herrscht ein ständiger Wechsel zwischen Wasser- Land- Wasser vor. Die Stadt hat sehr schöne Strände und an den Wochenenden herrscht reger Verkehr zu den berühmten Ausflugszielen Bondi Beach, Palm Beach oder nach Manly. In Vorbereitung auf die Olympiade 2000 ist Sydneys Infrastruktur nochmals erheblich verbessert worden. Es herrscht auch deshalb ein reger Zuspruch bei der Nutzung von Fähren, Bussen und S- Bahnen. Alle Verkehrsmittel sind aufeinander abgestimmt, alles fährt bis in die Nachtstunden in Abständen von zehn bis zwanzig Minuten. Der Wagenpark ist in hohem Maße modernisiert, die Fahrpreise alle bezahlbar und das Personal ist stets höflich und zuvorkommend. Besonders aufgefallen ist, dass keine übertriebene Hektik beim Ein- und Aussteigen vorherrscht. Ältere und behinderte Bürger und Fahrgäste mit Kleinkindern und Kinderwagen werden vom Fahrpersonal platziert, beim Ein- und Aussteigen wird der Bus abgesenkt, um das Besteigen zu vereinfachen. Auch wird die Tür noch mal geöffnet, wenn Fahrgäste den haltenden Bus noch erreichen wollen. Trotzdem werden die Fahrpläne eingehalten. Besonders interessant waren auch die Rückfahrten von den berühmten Stränden an den Wochenenden. Tausende Sydneysider und Besucher wollten dann mit einer oder zwei Buslinien wieder in ihre Wohngebiete gelangen. Dazu wurden zusätzlich Großraumbusse eingesetzt, die dann auch nur zentrale Umsteigestellen anfuhren. Haltestellen dazwischen wurden nicht bedient. Auch hier bewunderte ich die Ruhe und Routine, die alle an den Tag legten. Besonders interessant war der Besuch in Melbourne. Diese Stadt lässt sich in vielen Dingen mit Halle vergleichen. So ist der erste Eindruck im Vergleich zu Sydney oder Brisbane, sie ist schmutziger, an vielen Stellen grauer und abgewohnter als die anderen australischen Grosstädte. Melbourne wie Halle liebt man nicht auf den ersten Blick; erst auf den zweiten entdeckt man die schönen und interessanten Dinge der Stadt und des Umfeldes. Und Melbourne ist wie Halle viel kulturvoller als die anderen Städte. Dies liegt wohl mit daran, dass dort Menschen aus über 140 Nationen leben. Und Melbourne hat wie Halle eine traditionsreiche Straßenbahn mit langer Geschichte, die wie bei uns sehr gut funktioniert. Heute fahren vor allem moderne Bahnen auch in die Stadtteile Altona, Coburg oder Heidelberg, woraus wir schließen können, dass auch viele Deutsche ihren Lebensmittelpunkt dorthin verlegt haben. Am meisten hat mich aber beeindruckt, dass im normalen Schienennetz der Stadt auf zwei unterschiedlichen Routen Traditionsstraßenbahnen verkehren, die dem Besucher von Melbourne in Form einer Stadtrundfahrt die Stadt und alle Sehenswürdigkeiten erklären. In der Straßenbahn läuft ein Band, dass dem Besucher erläutert, welche Sehenswürdigkeiten ihn an jeder einzelnen Haltestelle erwarten, wie er dort hin gelangt und wann diese geöffnet sind. Und das allerschönste daran ist, jede Fahrt ist für den Besucher kostenlos! Und wem das noch nicht reicht, der kann mit einer weiteren Traditionsbahn fahren, in der er sich beim Mittagessen die Stadt erklären lässt. Diese Bahnen fahren täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr. Sie sind ein echter Besuchermagnet und helfen erheblich bei der Orientierung in der Stadt, und den Einrichtungen verschaffen sie den ständigen Zulauf an zahlenden Besuchern. Kenndaten des Unternehmens erläutert (November 2006)Auf der Zusammenkunft Ende November 2006 erläuterte HAVAG-Vorstand Francois Girard den Mitgliedern des Fahrgastbeirates Kenndaten und finanzielle Zusammenhänge des Unternehmens aus kaufmännischer Sicht. "Das ist wichtig, um komplexe Sachverhalte, etwa die jüngste Liniennetzreform, besser zu verstehen", sagte er. Er hoffe, dass die Mitglieder diese Informationen als Multiplikatoren in ihre Gremien tragen. Denn er verstehe den Fahrgastbeirat als gegenseitige Informationsplattform. Bei der Netzreform im Oktober habe die HAVAG ihre "Leistungen an Standards angepasst", die vor Jahren mit der Stadt im Nahverkehrsplan vereinbart wurden. Die Stadt bestellt den Plan bei der HAVAG. Dort steht beispielsweise, dass Trams in der Hauptverkehrszeit mindestens alle 15 Minuten fahren sollen, außerdem sind bspw. Entfernungen zu Haltestellen geregelt. "Bis letztes Jahr waren wir in der Lage, unser Angebot über diesem Mindestlevel anzubieten." Dies sei nun, unter dem Eindruck der Sparforderungen seitens der Stadt, nicht mehr möglich. Die Stadt will bis 2009 ihre Zuschüsse auf Null fahren. Deshalb müsse u.a. auch im Leistungsangebot gespart werden, bspw. mit der Einstellung des Parallelverkehrs auf der Büschdorfstrecke. Nach Kritik auch vom Fahrgastbeirat wurde auf der Linie 7 aber nachgebessert. Wie verhält sich ein Fahrgastbeirat zu Preissteigerungen? (September 2006)Auch am Fahrgastbeirat der HAVAG geht das Thema Fahrpreiserhöhung nicht vorbei. Ist es unabänderlich, mit steter Regelmäßigkeit an der Preisschraube zu drehen? Klar, ein Fahrgastbeirat kann nicht für jährlich steigende Preise sein. Aber wie soll er sich dazu verhalten? Kann er was dafür tun, dass die Preisspirale angehalten wird?Fakt ist, dass die Zuschüsse für Nahverkehrsbetriebe immer weiter gekürzt werden. Keiner wird ernsthaft bestreiten, dass die HAVAG nicht bemüht ist, die Qualität des Nahverkehrs trotz sinkender finanzieller Spielräume aufrecht zu erhalten oder gar zu verbessern. Die HAVAG hat in den letzten Jahren das Personal um ca. 200 Mitarbeiter verringert, weitere Niederflurwagen angeschafft und den Kostendeckungsgrad kontinuierlich erhöht. Zum nächsten Fahrplanwechsel wird aufgrund zahlreicher Fahrgastwünsche die Linie 3 wieder eingeführt. Das ist sicherlich ein großer Erfolg. Wir kennen liebgewordene Gewohnheiten. Wir verstehen die Wünsche vieler Fahrgäste und vor allem Eltern, die Buslinie 27 weiterhin nach Büschdorf und Reideburg fahren zu lassen. Andererseits liegt es auf der Hand, dass man es sich unter den Sparzwängen nicht mehr leisten kann, Bus und Bahn parallel fahren zu lassen. Aber was wäre die Alternative? Ließe man sowohl Bus als auch Bahn fahren, müsste dafür an anderer Stelle eine Linie vielleicht ganz wegfallen. Wir vermuten, es wird auch in den kommenden Jahren mit steigenden Fahrpreisen zu rechnen sein. Daran kann leider Ihr Fahrgastbeirat nichts ändern. Die HAVAG kann und muss aber gegensteuern, muss versuchen, über stetig besseren Service und ein lukratives Angebot die Fahrgäste zu halten. Deshalb hat sie sich zum Ziel gesetzt, mit mehr Kundenorientiertheit und Freundlichkeit bei ihren Kunden für sich zu werben. Deshalb hat sich der Fahrgastbeirat auf seiner letzten Sitzung mit dem Beschwerdemanagement der HAVAG beschäftigt. Uns kommt es darauf an, dass die machbaren Dinge auch umgesetzt werden. Das ist die entscheidende Aufgabe des HAVAG-Fahrgastbeirates. Wir bemühen uns um zeitnahe Lösungen Ihrer Probleme. In diesem Sinne hoffen wir auf Ihre wachsende Unterstützung! |
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